Ankunft - Wow!

Hallo zum ersten Mal aus Ghana :-)

 

Ja, ich bin gut angekommen, die Fluege waren super, alles gar kein Problem. KLM war die richtige Wahl, ich hatte sogar meinen eigenen Bildschirm, habe die 6h Flug wunderbar mit Avatar und dem Simpsons verbracht und mich gut mit meinen Nachbarn unterhalten. Mir knurrte zwar in Amsterdam ordentlich der Magen, aber das warten hat sich gelohnt, im Flieger gabs naemlich mehr als genug zu essen und zu trinken. 

In Accra wurde es dann spannend, komme ich mit meinem Visum durch die Kontrollen? Ist mein Koffer in Amsterdam wirklich mitgeflogen? Werde ich Djarbah erkennen, und er mich - und wird Djarbah ueberhaupt da sein? Nunja, die Kontrollen waren gar kein Problem, der Koffer brauchte etwas, kam aber an, nur von Djarbah war keine Spur. Ein halbes Dutzend Taxifahrer bot mir stattdessen eine Fahrt an, aber ich wusste ja nicht mal wohin, also wartete ich, bis Djarbah und ich uns dann doch noch trafen. In seinem klapprigen Opel fuhren wir durch die Nacht, denn es war zwar erst 20Uhr, aber schon dunkel. Die Sonne geht hier im Moment etwa m 18 Uhr schon unter :-) Es ist wirklich ziemlich schwuel und warm, aber lange nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Auf Nachfragen meinerseits bestaetigte Djarbah dann, dass wir auf dem Weg zu einem Hotel waren (mussten zwischendurch anhalten, weil der Kofferraum auseinanderfiel und die Motorhaube aufsprang ;-) ) und ich brach mit meiner ersten Regel, keine Erwartungen zu haben, und stellte mir ein gemuetliches, kleines Zimmer mit Bad und Bettwaesche vor, eine frische Dusche... Das Hotel war nach einer halben Stunde Fahrt durch verwinkelte Strassen in der 2-Millionen-Stadt Accra erreicht, es lag in einem kleinen Hinterhof, den man in Deutschland wohl als schaebig bezeichnen wuerde. Djarbah brachte mich durch schmale Flure zu einer kleinen Kammer, in der zwei Betten und ein kleiner Tisch standen - das war mein Zimmer. Das Bad draussen auf dem Flur sehr eng und dreckig, und es gab auch nur eine Toilette - kein Waschbecken. Da war ich dann doch sehr froh ueber meine gute Ausruestung, ich packte meinen Schlafsack aus, um nicht auf der fleckigen Matratze zu schlafen und wusch mir die Haende ohne Wasser. Djarbah brachte mir noch etwas zu trinken, meinen Zimmerschluessel und ermahnte mich, immer gut abzuschliessen. Mein Zimmer lag direkt an einer Hauptstrasse, und die Fenster waren kaputt, aber der Laerm der Strasse und das Knattern des Deckenventilators verwandelten sich in ein angenehmes Rauschen. Hier ist es naemlich ueblich, vor Kreuzungen, an Ampeln, beim abbiegen, beim ueberholen und ueberholt werden und ich glaube, immer einfach dann, wenn man gerade Lust hat, fleissig zu hupen. Auch jetzt ist hinter mir an der Strasse kaum eine halbe Minute ohne wildes Hupen zu hoeren, sehr lustig.

Nachdem ich gestern dann etwas ernuechtert war und mir fremd vorkam, band ich alle meine Wertsachen an meinem Koerper fest, las noch ein wenig undtraute mich dann doch, das Licht zu loeschen. Djarbah wollte am naechsten Morgen vorbeikommen, um mir zu zeigen, wo ich fruehstuecken undGeld wechseln konnte.

Heute wachte ich dann wider Erwarten munter und ausgeruht auf, so gegen halb sechs. Es daemmerte und ich stellte mich ans Fenster und betrachtete die Gegend zum ersten Mal bei Tageslicht. Viele Leute waren schon unterwegs, die Strasse fuellte sich immer mehr mit Tro Tros, Mofas und PKWs, Fussgaenger gingen einzeln oder in Gruppen gemaechlich ueber die Strasse, ohne sich gross um den Verkehr zu sorgen. Es war irgendwie ein froehliches und trotz des bunten Treibens friedliches Bild. Gegen acht klopfte es an meiner Tuer, ein Maedchen stand davor und richtete mir von Djarbah aus, er kaeme doch nicht. Sie fragte mich, was ich fruehstuecken wollte und ich entschied mich fuer Pancakes and Tea im kleinen "Restaurant" des Hotels, einer Terasse im Hinterhof. Ein schlichtes, aber sehr leckeres Fruehstuck. Danach fragte ich mich durch zu einer Wechselstube. Hinter einem grossen Metallgitter sass eine junge Frau mit einem etwa einjaehrigen Baby auf dem Arm, die, waehrend sie das Kind stillte, mit der anderen Hand die Scheine abzaehlte. Zurueck im Hotel erkundigte ich mich nochmal nach Djarbah, aber der hatte sich noch nicht wieder gemeldet, also packte ich vorsorglich schon mal meine Sachen und machte mich auf den Weg zum Internetcafe.

Hier ist es voll und stickig, aber das ist es draussen eigentlich auch. Viele Laeden reihen sich an der Strasse aneinander, bei der Haelfte davon weiss ich allerdings nicht einmal, wozu sie da sind. Ueberall erklingt afrikanische Musik, oft Reggae. Frauen tragen grosse Tabletts mit Ananas, Bananen und Melonen auf dem Kopf, die sich frisch schneiden und so verkaufen. Ein paar Huehner in den Seitenstrassen. Es ist aufregend und macht Spass. Ich rechne damit, das Djarbah mittags im Hotel vorbeischauen wird, ob wir dann nach Kissi fahren, hat er mir noch nicht verraten.

Viele Afrikaner begruessen mich mit Handschlag und fragen nach meinem Namen, und ich kann sie kaum auseinanderhalten :-) das muss ich wohl noch ueben. Ich freue mich schon auf die Kinder im Dorf, und bislang gefaellt es mir prima. Verstaendigungsprobleme habe ich wenige, ich verstehe zwar nur Bruchstuecke dessen, was die Ghanaer untereinander bereden, aber sie scheinen sich mit mir Europaeerin Muehe zu geben. Die meisten zumindest...

 

Ich melde mich bald wieder und hoffe, die instabile Internetverbindung reicht, um den Text abzuschicken!

P.S. Dank Roamingvertrages mit E-Plus funktioniert mein Handy noch. Ich kenne aber die Preise nicht, und habe bislang auch keine Rueckmeldung, ob meine versandten SMS auch angekommen sind. Ob ich mir trotzdem eine eigene SIM-Karte kaufe, weiss ich noch nicht.

 

P.P.S. Danke fuer den Witz, Niki und Papa. Hat mir gut gefallen, aber ich konnte ihn dem Mann neben mir leider nicht gut uebersetzen ;-)

30.7.10 12:49

bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


tini (30.7.10 14:27)
hey, das klingt ja alles sehr aufregend. Vor allem den klapprigen Opel seh ich direkt vor mir - mitsamt abfallender Kofferraumklappe ;-)
Bin schon gespannt, wann du das nächste mal schreibst, wenn du nicht mehr in der 2-Millionen Stadt Accra, sondern im kleinen Kissi bist. Hoffentlich gibts da auch Internetcafes!

PS: Hab grad einen Blog gefunden, in dem jemand schrieb (vor 3 Jahren), dass er nach Kissi in Ghana fährt (über die Organisation "future - hope - people" - ist das deine?) und dort bei djarbah wohnen wird. Leider besprechen die nur Organisatorisches ohne Reisebericht. Aber das hast du bestimmt auch schon gefunden. Aber wenns da nur 7 Männernamen gibt, ist es ja wohl nicht so wahrscheinlich, dass das derselbe ist :-)


Denis Bökenkröger / Website (30.7.10 15:27)
Freue mich sehr, dass du gut angekommen bist - du schreibst alles so anschaulich nieder und man fühlt sich fast, als wäre man mit dir gereist. Schön!

Ein Kro Kro ist für mich entweder ein Vogel mit einem großen Schnabel oder ein kleines, laute Fahrzeug mit einem Zweitaktmotor. Ich glaub, in Thailand gibt es Tuk Tuks - vielleicht sind die miteinander verwant?


Denis / Website (30.7.10 15:30)
P.S.: Da hat mein Mac doch glatt meinen Vollnamen eingesetzt. Der Schlingel! Vielleicht kannst du den rauskürzen; wenn nicht ist es auch nicht so schlimm.


Molo (1.8.10 21:51)
Hallo Sandel,

freut mich, daß du gut angekommen bist .
Ließt sich alles sehr aufregend was du so erlebst.

Pass auf dich auf

LG Molo

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